Wozu "Übungen des Praktischen Lebens" im Kinderhaus? Hier 5 Gründe:

Aktualisiert: März 6

Viele Erwachsene sehen die "Übungen des praktischen Lebens" wie Hände waschen, Schuhe putzen, kehren, Tisch waschen, polieren, Fenster putzen und Blumen pflegen als banale Putzübungen und fragen sich nach dem Sinn dieser Tätigkeiten. Doch was macht sie für das Kind im Alter von 3 bis 6 Jahren so bedeutsam?

1) Das Kind will an der realen Welt teilhaben


Die Tätigkeiten entsprechen der realen Welt, die das Kind umgibt. Es konnte bereits seine Eltern beobachten, wie sie das Haus und die Umgebung pflegen und instandhalten. Manchmal hörte es womöglich: "Geh doch spielen, ich kann dich bei der Arbeit nicht gebrauchen." Das Kind hat jedoch einen starken inneren Drang, selbst tätig zu sein und ebenfalls - wie der Erwachsene - "Hausarbeiten" zu verrichten und dies zur gröβten Perfektion und in tiefster Konzentration.


2) Das Kind wird in seiner Tätigkeit niemals unterbrochen. Es gelangt durch die genauen Bewegungsabläufe der Übungen des praktischen Lebens zu


  • Konzentration

  • Ausdauer

  • Bewegungskoordination

  • Bewegungskontrolle

  • Selbstständigkeit

  • Selbsttätigkeit

3) SPRACHE: Die genauen Darbietungen und das darauffolgende tätig werden des Kindes dient als indirekte Vorbereitung für


das Schreiben - Schreibrichtung

Die Materialien werden von links nach rechts angeordnet (Schreibrichtung): Im Regal nach ihrer Schwierigkeitsabfolge und innerhalb einer Tätigkeit (Tablett) werden die einzelnen Gebrauchsgegenstände ebenfalls von links nach rechts und von oben nach unten angeordnet.


Schwungübungen für das Schreiben lernen

Schwungübungen können nicht nur mit einem Stift und Papier gemacht werden, sondern auch  zB. mit einem nassen Schwamm und viel Seifenschaum am Tisch! Das motiviert - wiederholte Schulter-Kreisbewegungen an der Tischoberfläche, gerade lineare Bewegungen - und nebenbei wird der Tisch gesäubert!


Bereicherung des Wortschatz

Jede Übung bringt einen bestimmten Wortschatz mit, der den Kindern bei der Darbietung (nebenbei) übermittelt wird. Nomen, Adjektive, Verben, Satzbau,... bereichern den sprachlichen Ausdruck des jungen Kindes.


4) Vorbereitung für Mathematik

  • Logische Anordnung der Materialien und Abfolge der Bewegungsabläufe - Entwicklung des mathematischen Geistes

  • Notionen von z.B. "dazugeben und wegnehmen", "voll-halb-viertel-leer".


5) Das Kind wird unabhängig

Das Kind ist zutiefst zufrieden, nicht ständig den Erwachsenen um Hilfe bitten zu müssen, sondern selbstständig tätig zu sein, bisher nicht überwindbare Bewegungsabläufe alleine durchführen zu können und somit unabhängig zu werden.



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Elisabeth Menighetti

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