Diplomlehrgang

Montessori Schule 6 - 12 Jahre

Inhalte der 10 Module

Für AbsolventInnen des Montessori Diplomlehrgangs Kinderhaus werden folgende 5 Module für den Montessori-Diplomlehrgang Schule angerechnet: Sinnesmaterial, Mathematik I + II, Sprache I +II.

Modul 1

Theorie

Das pädagogische Angebot Maria Montessoris für das Schulkind basiert im Gegensatz zu dem des unter 6jährigen Kindes weniger auf die präzise Handhabung des Materials, sondern vermehrt auf die Entdeckungs- und Forscherfreude des jungen Heranwachsenden. Das Schulkind übt sich in seiner Vorstellungskraft und liebt „große Erzählungen“, die in allen Bereichen (Mathematik, Sprache, Geografie, ...) zum Ausdruck kommen. Es denkt zunehmend abstrakt, dennoch bieten konkrete Materialien Unterstützung beim „Begreifen.“

Was sind  die Grundprinzipien Montessoris für das Kind von 6 bis 12 Jahren?  Welche Besonderheiten, Charakteristiken und Bedürfnisse hat das Schulkind und wie sieht die vorbereitete Umgebung aus, um darauf zu antworten?  Fragen und Antworten als Ausgangspunkt für die darauffolgenden praktischen Module.

 

Modul 2

Sinnesmaterial

Maria Montessori entwickelte bestimmte Sinnesmaterialien als Vorbereitung für Mathematik und das weitere Arbeiten in der Schule. Sie manipulieren in diesem Modul z.B. den Binomischen und Trinomischen Kubus oder das Sensorische Dekanom und erleben deren besondere Bedeutung.

Weiters konzentrieren wir uns auf die Verfeinerung unseres Gehörsinns mit Hilfe von speziellen Glocken und erfahren dessen Bedeutung für das musikalische Verständnis des Kindes.


Erweiterungen in die Bereiche Geografie, Biologie, Physik und Chemie dienen als Vorbereitung für die Kosmische Erziehung und werden ebenfalls in diesem Modul behandelt.

„Als erstes muss das Kind den Weg und die Mittel zur Konzentration finden. (…) da niemand dem Kind von außen die Konzentration und die Gestaltung seiner Psyche geben kann, muss es dies von sich aus tun. Die Bedeutung unserer Schulen liegt darin, dass es dort die Art der Arbeit findet, die ihm diese Möglichkeit gibt. “

Montessori, Maria: Das Kreative Kind (17. Aufl.), P. Oswald u. G. Schulz-Benesch (Hsg), Freiburg: Herder. Kapitel 22 , S. 199.

Modul 3

Mathematik I

Das von Maria Montessori unter dem Ansatz des Gesamtaspekts entwickelte Material für Mathematik gehört wohl zu den beeindruckendsten und umfangreichsten ausgearbeiteten Konzepten der bekannten Pädagogin, das oftmals eine enorme Begeisterungsfähigkeit, nicht nur bei Kindern auslöst.

 

"Im Großen und Ganzen hatte ich wie alle die vorgefasste Meinung, dass Rechnen große Schwierigkeiten machen würde und dass es unsinnig sei, in so frühem Alter mehr zu erwarten. (…)Nun ergab sich, dass einige der etwa Vierjährigen durch diese glänzenden, so leicht zu handhabenden und zu transportierenden Gegenstände angezogen wurden und zu unserem großen Erstaunen begannen, sie so zu benutzen, wie sie dies bei den Größeren gesehen hatten. Die Folge davon war eine solche Steigerung der Begeisterung für die Beschäftigung mit den Zahlen und ganz speziell mit dem Dezimalsystem, dass die Rechenübungen wirklich zu den beliebtesten gehörten.“

Montessori, Maria (1969): Die Entdeckung des Kindes.  P. Oswald & G. Schulz-Benesch. (Hrsg.). Freiburg: Herder. S. 305

Modul 4

Mathematik II

Die Arbeit mit dem konkreten Material für Mathematik bildet die Basis für das Rechnen des Kindes in der Schule sowie dessen Anwendung im Alltagsleben.

Im Modul „Mathematik 2“ werden Montessori- Materialen wie zB. das Schlangenspiel, die Streifenbretter oder der Rechenrahmen erarbeitet und analysiert. Kinder bekommen dadurch die Möglichkeit, durch vielfältige Wiederholungen alle möglichen Kombinationen für alle 4 Rechenarten zu entdecken und spielerisch zu lernen.


Vierjährige setzten Zahlen bis zu 1000 zusammen. Danach wurde die Entwicklung bei fünf- bis sechsjährigen Kindern einfach erstaunlich, und zwar so, dass heute Sechsjährige die vier Grundrechnungsarten mit Zahlen von vielen Tausend Einheiten machen können.“

Montessori, Maria (1969): Die Entdeckung des Kindes.  P. Oswald & G. Schulz-Benesch. (Hrsg.). Freiburg: Herder. S. 305

Modul 5

Mathematik III

Aufbauend auf die Module Mathematik 1 + 2 werden im Modul Mathematik 3 weitere Mathematik- Materialien für das Schulkind erarbeitet und dessen Handhabung geübt: Hierzu gehören ua. die Arbeit mit Hierarchien, der Teilbarkeit der Zahlen, der Potenzen, der Dezimalzahlen und der mehrstelligen Rechenoperationen.


„Der mathematische Geist ist überall wirksam, ob wir wohnen, ob wir die Treppe hinaufsteigen, die Straße überqueren, überall brauchen wir das Augenmaß und den Sinn für mathematische Verhältnisse.“

Helene Helming (1984): Montessori-Pädagogik.Freiburg: Herder. S. 117

Viele Menschen sind der Meinung, dass eine bestimmte angeborene Begabung notwendig sei, um Mathematik zu verstehen. Montessori sagte jedoch, dass „nichts als der gesunde Menschenverstand“ Voraussetzung für mathematische Bildung sei.

Modul 6

Sprache I

Vom Sprechen zum Schreiben zum Lesen: unter Berücksichtigung der Sensiblen Phasen öffnet sich für das Kind die Welt der gesprochenen und geschriebenen Sprache. Die Übungen des praktischen Lebens und die Handhabung des Sinnesmaterial gewährte eine grundlegende Vorbereitung für diesen Bereich.


Im Zentrum dieses Moduls stehen das Verstehen des kindlichen Sprach-, und Schreiberwerbs, mit Hilfestellung des von Montessori suggerierten Materials wie Sandpapierbuchstaben, Metallenen Einsätzen oder des Beweglichen Alphabets.


„Man muss versuchen, herauszufinden, in welchem Alter die Schreibmechanismen zur Fixierung reif sind; zu diesem Zeitpunkt werden sie dies - ‘auf natürliche Weise’ - ‘mühelos’ tun und dabei Freude und eine Steigerung der Lebensenergie hervorrufen.“

Montessori, Maria (1969): Die Entdeckung des Kindes.  P. Oswald & G. Schulz-Benesch. (Hrsg.). Freiburg: Herder. S. 227

Modul 7

Sprache II

Den Kindern Möglichkeiten gegeben,  auf spielerische Art und Weise ihren Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit zu erweitern (sprechen), sich in schriftlicher Form auszudrücken (schreiben), sowie "die Gedanken anderer zu verstehen" (lesen).

 

Welche Angebote bekommt das Kind, um sich vermehrt verbal auszudrücken und Schreiben und Lesen lernen? Wie sieht die vorbereitete Umgebung aus und wie sollte die Haltung des Erwachsenen sein, um die Mechanismen des Sprach- , Schreib- und Leseerwerbs zu unterstützen?


„Ich nenne Lesen nicht die Probe, die das Kind macht, wenn es das selbst geschriebene Wort nachprüft, also die Zeichen in Laute überträgt wie vorher die Laute in Zeichen. Denn bei dieser Überprüfung kennt es bereits das Wort, das es mehrmals im Geiste beim Schreiben wiederholt hat. (…) Ich nenne Lesen die Interpretation eines Gedankens mit Hilfe von Schriftzeichen.“

Montessori, Maria (1969): Die Entdeckung des Kindes.  P. Oswald & G. Schulz-Benesch. (Hrsg.). Freiburg: Herder. S. 255

Modul 8

Sprache III

 

Die Sprache ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel um Gefühle, Gedanken und Ideen auszudrücken. Durch dessen sozial-kommunikative Funktion wird sie zur Basis unseres sozialen Lebens, unseres menschlichen Zusammenlebens.


„Die Grammatik wird auf dem Weg die Dinge zu entdecken, die das Kind geschaffen hat, zur lieblichen Begleiterin. Das Kind wird sich eines Tages im Besitz seiner Werke wiederfinden, die seiner Feder entstammen und wird nicht weniger glücklich sein als an dem Tag, an dem seine Hände die ersten Worte formten.“

Montessori, Montessori: Entwicklungsmaterialien in der Schule des Kindes, 2. Aufl. 2011. Dörfles: Renate-Götz-Verlag.  S. 23

Modul 9

Kosmische Erziehung

Die Bezeichnung „Kosmische Erziehung“ verwendete Montessori für das Schulkind und beinhaltet die Bereiche Biologie, Geografie, Geschichte, Physik, Chemie und Kunst. Das 3 bis 6jährige Kind lernte die Gegenstände in seiner Umgebung zu manipulieren und zu benennen, seinen praktischen Nutzen zu ziehen und somit Teil einer Gemeinschaft zu sein. Für das 6 bis 12jährige Kind reicht dies nicht mehr aus: es interessiert sich nun für Gesetzmäßigkeiten im Universum, es will die Umwelt und den Menschen verstehen. Versuche, Projekte, Exkursionen und Recherchen bereichern die Arbeit in der Schule.


„Das Interesse an besonderen Einzelheiten wird nie aktiviert ohne ein vorgängiges Interesse am Ganzen. (...) Um das Interesse der Schüler zu wecken, muss ihnen zunächst die Wechselbeziehung der Dinge dieser Welt deutlich gemacht werden – die verschiedenen Aspekte von Erkenntnis, die untersucht werden können, die Art und Weise, wie sie zueinander in Beziehung stehen oder zustande kommen.“

Montessori, Mario:  Erziehung zum Menschen; 1993; Frankfurt: Fischer Taschenbuch verlag S. 139

Modul 10

Materialarbeit

Bereits während der vorhergehenden Module gab es Zeit, die Montessori-Materialien selbst zu manipulieren, auszuprobieren und somit  zu verstehen. Nochmals Zeit um die Materialien in die Hand nehmen und zu üben, üben üben... - auf dem sattelfesten Weg in die Montessori-Schule!

MONTESSORI
PÄDAGOGIK & BILDUNG

 

Elisabeth Menighetti

Ausbildungsleitung

 

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